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UNDA – die Trinkflasche mit Meerwert

Lese­dau­er 5 Minu­ten

Eine Trink­fla­sche, die viel­sei­tig ein­setz­bar ist, kei­nen Abfall erzeugt und dabei hilft, weni­ger Plas­tik­müll in die Mee­re zu schwem­men – das wäre doch eine pri­ma Sache, dach­te sich Start-upper Ste­phan Man­gold. Seit 2020 ist sei­ne nach­hal­ti­ge UNDA Mul­ti­funk­ti­ons­fla­sche auf dem Markt.

Ste­phan Man­gold, Erfin­der der UNDA Multifunktionsflasche

Ursprüng­lich kommt der 36-Jährige aus Lai­chin­gen, hat aber schon vor Jah­ren die schwä­bi­sche Land­luft gegen die Ber­li­ner Luft ein­ge­tauscht. Bereits wäh­rend sei­nes BWL-Studiums ori­en­tier­te er sich in Rich­tung Nach­hal­tig­keit, Inno­va­ti­on und Entre­pre­neur­ship. Nach einem kur­zen Aus­flug in die Ange­stell­ten­welt war klar: „Ich muss mein eige­nes Ding machen!“

Woher kommt eigent­lich der Name UNDA?

Den Namen zu fin­den war ein lan­ger Pro­zess. Schließ­lich haben wir ein „Crowd­sour­cing” über eine spe­zi­ell dafür kon­zi­pier­te Sei­te “namethebottle.com” orga­ni­siert. Von dort kam der Namens­vor­schlag UNDA.

UNDA kommt aus dem Latei­ni­schen und bedeu­tet „die Wel­le“. Der Name hat also etwas mit Was­ser, Bewe­gung und Leben zu tun. Die UNDA eig­net sich dem­nach her­vor­ra­gend als Name für unse­re Mis­si­on, mit nach­hal­ti­gen Pro­duk­ten einen sinn­vol­len Bei­trag vor allem zur Ver­mei­dung von Plas­tik­müll in den Mee­ren, Seen und Flüs­sen zu leis­ten. Wir sind des­halb zum Bei­spiel auch För­der­mit­glied von VIVA CON AGUA und unter­stüt­zen deren Mis­si­on „Was­ser für alle – alles für Wasser“.

Wie ent­stand die Idee für die Zero-Waste-Flasche?

Die Idee trug ich schon lan­ge in mir. Auf Backpacker-Reisen ist mir oft das Pro­blem des Ein­weg­müll auf­ge­fal­len, wie zum Bei­spiel auf den idyl­li­schen San Blas Inseln in Pana­ma, wo eini­ge noch von den Urein­woh­nern der Kuna bewohnt wer­den. Ich war von Natur und Kul­tur der Men­schen sehr beein­druckt. Was mich jedoch regel­recht scho­ckiert hat, war die Tat­sa­che, dass das Meer und die Strän­de von gro­ßen Men­gen „Wohl­stands­müll“ ver­un­rei­nigt waren, die offen­sicht­lich nicht die Ein­woh­ner ver­ur­sacht hat­ten, son­dern durch die Mee­res­strö­mun­gen und den Wind auf die Inseln trans­por­tiert wur­den. Dage­gen woll­te ich etwas unter­neh­men. Und dabei ist mir auch bewusst gewor­den, wie viel Müll man selbst pro­du­ziert und wel­che Schä­den die­ser anrichtet.

Wie bist Du vorgegangen? 

Im Mit­tel­punkt stand mein Ziel, ein alter­na­ti­ves Pro­dukt zu erfin­den, dass ver­schie­de­ne Funk­tio­nen in sich ver­eint, umwelt­freund­lich her­ge­stellt wird und kei­nen Abfall erzeugt. Es soll­te also etwas sein, was es noch nicht gab. Etwas ande­res als eine bekann­te Trink­fla­sche oder ein nor­ma­ler Becher.

Wich­tig war mir, ein Pro­dukt nach Öko-Design Richt­li­ni­en und mit einem ein­zig­ar­ti­gen Design als unver­wech­sel­ba­res Mar­ken­zei­chen zu ent­wi­ckeln. Des­halb habe ich mich ent­schie­den mit einem erfah­re­nen Desi­gner zusammenzuarbeiten.

Ent­stan­den ist die UNDA: mini­ma­lis­tisch gestal­tet, auf das Wesent­li­che redu­ziert, zeit­lo­ser Stil – so wür­de ich sie beschreiben.

Ich fin­de die Fla­sche sehr hübsch, und ich wür­de fast sagen, das ist eine Mädelsflasche.

Das haben wir auch gemerkt. Unse­re Online-Kundschaft besteht zu 80 Pro­zent aus Frau­en. Das hat zum einen mit dem Design zu tun, liegt aber auch dar­an, dass unter Frau­en Nach­hal­tig­keit einen höhe­ren Stel­len­wert hat.

Was ist das Multifunktionale?

Das 3‑in‑1 Sys­tem: Fla­sche + Box + Becher in einem Pro­dukt. Über die­se Tech­no­lo­gie ver­fügt kein ande­rer Wett­be­wer­ber. Die UNDA kann ver­wen­det wer­den als Fla­sche mit Snack­fach oder zum Ver­stau­en eines Schlüs­sels. Man kann sie auch als Box oder Con­tai­ner ver­wen­den und mit ihr unver­packt ein­kau­fen, Früch­te trans­por­tie­ren oder Müs­li mixen. Die gro­ße Öff­nung macht das alles möglich!

Wie gestal­te­te sich die Materialsuche?

Damit habe ich mich lan­ge auf­ge­hal­ten. Ursprüng­lich war der Plan, Plas­tik aus dem Meer zu fischen und dar­aus Fla­schen zu machen. Am Anfang hieß sie auch noch Meer­fla­sche. Aber: Es ist nicht erlaubt, Plas­tik aus dem Meer zu ver­wen­den, weil das Pro­dukt Lebens­mit­tel­kon­takt hat. Dazu gibt es genaue Vor­schrif­ten von der EU oder auch von der FDA, die das für die USA regelt.

Auf einer Kunst­stoff­mes­se in Fried­richs­ha­fen stieß ich auf Bio­plas­tik. Bio­plas­tik hat den Nach­teil, dass es nicht recy­cel­bar ist, weil es ein Kunst­stoff ist, den Sor­tier­ma­schi­nen nicht erkennen.

Irgend­wann war klar, dass ich Kom­pro­mis­se ein­ge­hen muss. Ich ent­schied mich für ein Mate­ri­al, das häu­fig ver­wen­det wird und 100 Pro­zent recy­cel­bar ist. Das ist unse­rem Fall hoch­wer­ti­ges BPA-freies Polypropylen.

Pro­du­ziert wer­den die Fla­schen in der Schweiz. Warum?

Wir haben nach einem Her­stel­ler gesucht, der in der Lage ist, zum einen unse­re Tech­no­lo­gie umzu­set­zen und zum ande­ren unse­re Qua­li­täts­vor­ga­ben ein­zu­hal­ten. Außer­dem soll­ten die Öko-Design Richt­li­ni­en auch im Her­stel­lungs­pro­zess ein­ge­hal­ten wer­den. In dem Unter­neh­men Inni­que aus Grü­nin­gen in der Nähe von Zürich haben wir genau den rich­ti­gen Part­ner gefun­den. In der Pro­duk­ti­on wer­den dort 100 Pro­zent erneu­er­ba­re Ener­gien ein­ge­setzt und es bestehen fai­re Arbeits­be­din­gun­gen. Die Trink­fla­schen wer­den in einer Inklu­si­ons­werk­statt zusam­men­ge­schraubt. Dies alles geschieht lokal ohne gro­ße Transportwege.

Für ein Start-up braucht es einen lan­gen Atem. Warst Du auch mal kurz davor aufzugeben?

Die Coro­na­zeit mach­te es mir fast unmög­lich zu expan­die­ren, obwohl es genau dafür an der Zeit gewe­sen wäre. Wir wuss­ten, wir muss­ten jetzt grö­ßer den­ken und eine gewis­se Bekannt­heit erlan­gen. Vie­le Busi­ness Cases konn­te ich aber wegen Coro­na nicht ver­fol­gen. Das war ein wenig deprimierend.

Aber Du bist ja noch da, Du hast durchgehalten.

Ja genau, ich ver­fü­ge offen­bar über einen beson­ders lan­gen Atem.

Wo stehst Du jetzt?

Wir sind auf der Suche nach neu­en Kun­den­grup­pen und kon­zen­trie­ren uns auf B2B Sales. Um die Bekannt­heit anzu­kur­beln, waren wir auf der Veggie World. Und wir haben Influencer-Aktionen über Insta­gram am Lau­fen. Doch der Fokus liegt auf B2B, also auf Fir­men. Da sehe ich viel Potenzial.

Schließ­lich habe ich mit dem Schwei­zer Her­stel­ler ver­schie­de­ne Zer­ti­fi­ka­te ange­dacht. Crad­le To Crad­le wür­de gut zu uns pas­sen. Dazu bin ich bereits in Kon­takt mit EPEA. Aber das ist im Moment noch eine Kostenfrage.

Zu guter Letzt unser klei­ner neckar-alb.blog Fra­ge­bo­gen an Ste­phan Mangold

Wel­cher Drink kommt in Dei­ne per­sön­li­che UNDA  Flasche?

Ein paar Schei­ben Zitro­ne und Was­ser. Kann man auch gut nach­fül­len, der Geschmack hält lan­ge an.

Wel­ches Auto fährst Du?

 Ich habe kein Auto. Ich fah­re mit dem Zug.

Wel­che Bio­sün­de gönnst Du Dir?

Ab und zu esse ich Fleisch. Flexitariermäßig.

Wie sieht die Welt von mor­gen aus?

 Ich hof­fe fried­li­cher und dass die Nach­hal­tig­keit immer wich­ti­ger wird und immer mehr an Prä­senz gewinnt.

Eine nach­hal­ti­ge Themenempfehlung?

Da fällt mir spon­tan Rüdi­ger Neh­berg ein.

Text: Elke Schwar­zer Fotos: UNDA

Die Zie­le für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung – auch bekannt als Glo­bal Goals – sind ein Plan zur Besei­ti­gung von Armut und Hun­ger und zur Bekämp­fung von Ungleich­heit, Unge­rech­tig­keit sowie des Kli­ma­wan­dels bis 2030. Sie gel­ten für alle Staa­ten der Welt: Industrie‑, Schwellen- und Ent­wick­lungs­län­der. Sie machen deut­lich, dass wir eine gemein­sa­me Ver­ant­wor­tung für die Welt tragen.

Mit UNDA setzt sich Ste­phan Man­gold für die Errei­chung fol­gen­der SDG- Zie­le ein: Sau­be­res Was­ser und Sani­tär­ein­rich­tun­gen (6), nach­hal­ti­ger Kon­sum und Pro­duk­ti­on (12), Maß­nah­men zum Kli­ma­schutz (13), Leben unter Was­ser (14), Leben an Land (15) und Part­ner­schaf­ten zur Errei­chung der Zie­le (17).

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Kalle
Kalle
2 Jahre zuvor

Wer­de ich mir auch besorgen.