alt text

Der Verbrennungsmotor ist angezählt

Lese­dau­er 2 Minu­ten

Baden-Würt­tem­berg und die Auto­in­dus­trie gehö­ren zusam­men. Das hat dem Land Wohl­stand gebracht. Doch was pas­siert, wenn sich die Rah­men­be­din­gun­gen für die Auto­in­dus­trie ändern?

Kon­zep­te wie Indus­trie 4.0 wer­den einen wei­te­ren Auto­ma­ti­sie­rungs­schub in der Fahr­zeug­pro­duk­ti­on brin­gen, der gut bezahl­te Arbeits­plät­ze über­flüs­sig machen könn­te. Noch mehr Druck ent­steht durch die For­de­rung nach weni­ger CO2-Aus­stoß im Ver­kehr. Der Ver­bren­nungs­mo­tor ist angezählt.

Fahr­zeu­ge mit Elek­tro­an­trieb benö­ti­gen ande­re Kom­po­nen­ten: Zulie­fe­rer müs­sen ihr Pro­dukt­port­fo­lio umstel­len, Fach­kräf­te müs­sen umler­nen oder wer­den im schlimms­ten Fall weg­ra­tio­na­li­siert. Zudem sind auf dem Weg zur Elek­tro­mo­bi­li­tät noch eini­ge Hür­den zu über­win­den: Akzep­tanz in der Bevöl­ke­rung, Roh­stoff­kreis­lauf für die Bat­te­rien, Lade-Infra­struk­tur und vor allem der pas­sen­de Energiemix.

Heu­te stam­men weni­ger als 20 % unse­res Ener­gie­be­darfs aus erneu­er­ba­ren Ener­gien (beim Strom sind es immer noch kei­ne 50 %). Und was wol­len wir alles mit erneu­er­ba­ren Ener­gien machen: Auto fah­ren, hei­zen, Stahl erzeu­gen, Flug­zeug­ben­zin syn­the­ti­sie­ren. Jede Men­ge unge­deck­ter Schecks.

Wer heu­te einen E‑PKW lädt, wird in den meis­ten Fäl­len dafür sor­gen, dass fos­si­le Kraft­werks­ka­pa­zi­tä­ten hoch­ge­fah­ren wer­den – es sei denn, es gibt gera­de einen tem­po­rä­ren Über­schuss an erneu­er­ba­rer Ener­gie. Auch das Argu­ment, der Lade­strom kom­me ja vom eige­nen Dach, hilft nicht wei­ter: Die­ser Strom fehlt im Netz und muss fos­sil kom­pen­siert werden.

Dass wir in eini­gen Jah­re erneu­er­ba­re Ener­gie im Über­fluss haben wer­den, ist kei­nes­wegs sicher. Daher könn­ten ande­re For­de­run­gen laut wer­den: Kei­ne neu­en Auto­bah­nen mehr, Tem­po­li­mit, Sper­ren der Innen­städ­te für schwe­re PKW, har­te Begren­zun­gen beim Ener­gie­ver­brauch der PKW.

Span­nen­de Zei­ten also. Und ein The­men­kom­plex, den wir in die­sem Blog mit Blick auf unse­re Regi­on ver­fol­gen werden.

Tho­mas Damrau

Foto: © Daim­ler AG

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments