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Holz der kurzen Wege führt auf längere Sicht zum Umweltpreis

Lese­dau­er 3 Minu­ten

Der Fer­tig­haus­her­stel­ler Schwö­rer­Haus erhielt 2020 den Umwelt­preis des Lan­des Baden-Würt­tem­berg. Die gesam­te Kli­ma­stra­te­gie über­zeug­te. Ein wich­ti­ger Bau­stein ist der geschlos­se­ne öko­lo­gi­sche Produktionskreislauf.

Jury vor Ort
Den Umwelt­preis bekam das 1950 als Hans Schwö­rer KG Bau­stoff­han­del gegrün­de­te Unter­neh­men in der Kate­go­rie „Indus­trie-Unter­neh­men mit mehr als 250 Mit­ar­bei­ten­den“. Das Aus­wahl­ver­fah­ren dafür ist streng und lang­wie­rig. Allein 36 Sei­ten umfass­te das Bewer­bungs­for­mu­lar, das Schwö­rer­Haus im Janu­ar 2020 ein­reich­te. Die Unter­la­gen wur­den im ers­ten Schritt von unab­hän­gi­gen Fach­leu­ten über­prüft. Im Sep­tem­ber 2020 nahm eine Jury, bestehend aus Ver­tre­tern unter­schied­li­cher Bran­chen und Insti­tu­tio­nen, die Anga­ben vor Ort noch­mals genau­er unter die Lupe. Nun war die Jury über­zeugt und leg­te Schwö­rer­Haus als einen von meh­re­ren Vor­schlä­gen dem Umwelt­mi­nis­ter und dem Minis­ter­prä­si­den­ten vor. Schließ­lich hat­te die Bewer­bung Erfolg. Aus guten Gründen.

Kli­ma­neu­tral seit 2021

Johan­nes Schwö­rer, Fir­men­chef in zwei­ter Generation

Der Her­stel­ler von Fer­tig­häu­sern enga­giert sich seit Jah­ren und breit auf­ge­stellt in Sachen Kli­ma­schutz, sowohl auf Lan­des- als auch auf Bun­des­ebe­ne. Seit 2011 ist das Unter­neh­men Mit­glied der Initia­ti­ve „Kli­ma­schutz­un­ter­neh­men“ in Deutsch­land und arbei­tet seit­her inten­siv an der Mini­mie­rung betriebs­be­ding­ter CO2-Emis­sio­nen. Das Ziel Kli­ma­neu­tra­li­tät wur­de Anfang 2021 erreicht – über­wie­gend mit emis­si­ons­ver­mei­den­den Maß­nah­men. Grö­ßen, auf die man schwer­lich direkt Ein­fluss neh­men kann (wie etwa Logis­tik, Mit­ar­bei­ter­fahr­ten) wer­den durch ein Auf­fors­tungs­pro­jekt in Uru­gu­ay kom­pen­siert. Mit dem Bei­tritt zum Kli­ma­bünd­nis Baden-Würt­tem­berg im Anfang 2021 bekennt sich das Unter­neh­men zur Kli­ma­schutz­ver­ein­ba­rung zwi­schen Land und Wirt­schaft. Wei­te­re Umwelt­pro­jek­te zu för­dern gehört eben­falls zum Enga­ge­ment: So hel­fen Spen­den aus der Hans Schwö­rer Stif­tung, Wäl­der in Spa­ni­en wie­der auf­zu­fors­ten, wo gan­ze Land­stri­che von Ver­step­pung bedroht sind. Schließ­lich ist Schwö­rer bereits seit 25 Jah­ren EMAS-zer­ti­fi­ziert (euro­päi­sches Umwelt­ma­nage­ment­sys­tem Eco-Manage­ment and Audit Scheme).

Öko­lo­gi­scher Pro­duk­ti­ons­kreis­lauf
Ein gelun­ge­nes Bei­spiel für ener­gie­ef­fi­zi­en­te Zyklen im Unter­neh­men, die lang­fris­tig gereift und durch­dacht sind, ist der geschlos­se­ne öko­lo­gi­sche Pro­duk­ti­ons­kreis­lauf. „Unse­re Rund­holz­wa­re erhal­ten wir von Forst­be­trie­ben im Umkreis von 60 Kilo­me­tern; wir nen­nen das ‚Holz der kur­zen Wege‘“, sagt Felix Schwö­rer, der die Kom­mu­ni­ka­ti­on rund um Umwelt­the­men betreut. Ein Allein­stel­lungs­merk­mal in der Bran­che sei das eige­ne Säge­werk. Im wei­te­ren Ver­lauf, so der 23-jäh­ri­ge Indus­trie­kauf­mann, muss das Holz durch Heiß­luft auf eine Rest­feuch­te von unter 15 Pro­zent getrock­net wer­den. Die­ser Pro­zess, in spe­zi­el­len Tro­cken­kam­mern über Tage durch­ge­führt, ist an sich sehr ener­gie­auf­wen­dig. Doch die im Kraft­werk anfal­len­de Abwär­me fließt in den Pro­duk­ti­ons­kreis­lauf ein und macht die­sen Arbeits­schritt so zu einem ener­gie­ef­fi­zi­en­ten. Die Nut­zung von Bio­mas­se und Indus­trie­rest­höl­zern aus der Pro­duk­ti­on im eige­nen Heiz­kraft­werk trägt eben­falls zur Ver­bes­se­rung der Öko­bi­lanz bei. Zum geschlos­se­nen Kreis­lauf gehört auch, dass das PEFC-zer­ti­fi­zier­te Holz im Unter­neh­men selbst ver­edelt wird.

Green­Cards für Azubis

Auf dem Schwö­rer-Bie­nen­lehr­pfad erklärt ein Azu­bi Schü­lern, wo sich in der Wabe die Köni­gin und wo das Volk tummeln.

Bei Schwö­rer­Haus tra­gen alle Beschäf­tig­ten maß­geb­lich zum nach­hal­ti­gen Fir­men­gut bei. So beglei­ten die 80 Azu­bis Green­Card-Pro­jek­te wie den Azu­bi-Wald, den Bie­nen­lehr­pfad und die aktu­el­le Blüh­wie­sen-Akti­on „Blü­hen­de Alb“. Die nach­fol­gen­de Schwö­rer-Genera­ti­on ist also von Beginn an auf Nach­hal­tig­keit eingeschworen.



Zu guter Letzt unser klei­ner neckar-alb.blog-Fragebogen an Fir­men­chef Johan­nes Schwörer:

Wel­ches Auto fah­ren Sie?
Über­wie­gend Fahrrad

Wie hei­zen Sie?
Schwö­rer-Frisch­luft­heiz­sys­tem mit einer Luft/Luft Wär­me­pum­pe, Solar­an­la­ge und PV-Anlage

Wel­che klei­ne Bio­sün­de gön­nen Sie sich? 
Auto­fah­ren – wo not­wen­dig (zeit­lich und räumlich)

Wie sieht die Welt von mor­gen aus? 
In Deutsch­land wird deut­lich bewuss­ter mit unse­rer Umwelt umge­gan­gen, Städ­te und Dör­fer wer­den noch bes­ser gepflegt und vie­le Lebens­mit­tel wer­den wie­der regio­nal angebaut.

Ihre Emp­feh­lung für einen wei­te­ren Blog­bei­trag?
Tho­mas Bareiß, Par­la­men­ta­ri­scher Staats­se­kre­tär beim Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie. Er hat die Bedeu­tung der Nach­hal­tig­keit früh erkannt und sich nicht gescheut, die auf­kom­men­den The­men anzu­spre­chen und zu bearbeiten.

Elke Schwar­zer

Titel­bild: 1. Preis in der Kate­go­rie Green Design des Gol­den Cube Awards: Das Mus­ter­haus Aug­gen von SchwörerHaus.

Alle Bil­der: Schwö­rer­Haus KG

Schwö­rer­Haus KG (Fami­li­en­un­ter­neh­men)
Bran­che: Fer­tig­haus
Fir­men­sitz: Hohen­stein-Ober­stet­ten
Fir­men­grün­dung: 1950
Beschäf­tig­te: 1.850 (bun­des­weit)
Umsatz: rund 300 Mio. Euro (800 bis 1.000 Häu­ser pro Jahr)

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